Soziales Geschlecht: Soziale, kulturelle und symbolische by Agnes Dietzen

By Agnes Dietzen

Dem Thema der Geschlechterdifferenz wurde in der Wissenschaft nur wenig sichtbare Aufmerksamkeit gewidmet. Daher erstaunt es nicht, wie sparlich, frag mentiert und einseitig die Kenntnisse der Wissenschaften zu diesem Thema wirk lich waren. Wiihrend der letzten 15 Jahre wurde dies durch die Arbeit von Wissenschaft lerinnen deutlich, deren Bindungen an die Frauenbewegung eine veriinderte Wahmehmung und Wertung zunachst der eigenen scenario in der Wissenschaft zur Folge hatte und schlieBlich den Blick auf die Wissenschaft veriinderte. Seither wachst die Zahl der Studien tiber die abgewertete und vemachlassigte soziale Er fahrung von Frauen und die Ungleichheiten im Geschlechterverhaltnis. In den Sozialwissenschaften avancierte die Geschlechtskategorie allmiihlich zur "strukturrelevanten Statusrolle."1 Das ist ein Resultat gesellschaftlicher Veriinderungen wahrend der letzten Jahrzehnte, in denen Frauenrollen einen anderen prestige einzunehmen begonnen haben. Ein Ausdruck davon ist die generelle VergroBerung von Rollenspielraumen fUr Frauen, mit der die Loslosung aus den dominanten Zuschreibungen der primaren Rollenmuster als Mutter und Ehefrau sowie sekundarer Berufstiitigkeit verbunden ist. In diesem ProzeB gehen traditionelle Bindungen der Frauenrolle nicht verloren, sondem veriindem sich durch Umschichtungen bei der Gewichtung von Statusrollen. Diese Entwicklung beeinfluBt nicht nur einzelne Bereiche in unserer Gesellschaft wie die Familie, sondem greift auch auf andere institutionelle Bereiche tiber. Die Kategorie Geschlecht in den Sozialwissenschaften erflihrt eine Bedeu tungserweiterung, so daB sie, vergleichbar mit theoretischen Konzepten von "Klasse" oder "Schicht," als grundlegende size sozialer company ver standen werden muB. Das ist eine folgenreiche those, deren moglicher Bedeutung ich in dieser Ar 2 beit nachgehe.

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Schiitz behandelt sie Typisierungsschemata von Frauenrollen auf der Grundlage personaler Idealtypen. Idealtypen stellen Vorstellungen und Handlungen weder von konkreten Individuen noch von einer Mehrheit von Individuen dar, sondem sind eine Art idealisierte Bilder des Typischen. Typisierungsschemata von Geschlechterrollen konnen in dieser Vorstellung nicht aus Haufigkeitsurteilen gewonnen werden, sondern nur durch Reinterpretation philosophischer, literarischer und biographischer Zeugnisse. Die so entstandenen Aussagen miissen sich dann an den empirischen Handlungen und Aussagen von Mannern und Frauen bewiihren und sind Gegenstand von Sozialforschung.

Aufgrund dieser Merkmale triigt diese Berufsrollenbeziehung patrimoniale Ztige (Kanter 1977). 3 Segregation als kulturelle und soziale Geschlechtergrenze Geschlechtssegregation in Berufsrollen ist ein Ergebnis geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und gesellschaftlicher Stratifikation entlang der Geschlechterlinie. Geschlechtsspezifische Segregation, wie sie hier genauer als Phiinomen von und in Berufrollen bezeichnet wird, ist ein struktureller Mechanismus, der einerseits wichtige Erkliirungen bietet, warum bei Frauen eine bestimmte Berufswahl und Berufspriiferenz stabil bleibt (Epstein 1970a)39, und andererseits Berufsmotivation, Leistungsverhalten, Karriere- und Mobilitiitserwartungen von Frauen (Laws 1976; Kanter 1977) steuert.

29 Negotiations werden nicht einfach durch "nichtdefinierte" Handlungsbereiche moglich, sondem sind Vorgiinge von Rolleninterpretationen. 30 Das Typisierungsschema Frau hat sich nach und nach durch Rolleninterpretation erweitert. Das wird daran anschaulich, wie Frauen seit Ende des 19. Jhs. mehr und mehr Tiitigkeitsfelder und Berufe "erobert" haben. Davies (1982) rekonstruiert die Entwicklung im Angestelltenbereich und die Herausbildung des Sekretiirinnenberufs. rsitiit und Slater und Migdal Glazer (1987 in ihrer Darstellung der geschickten "Uberlebensstrategien" von Frauen in Berufsrollen.

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