Natur als gesellschaftliches Verhältnis: Zur Kritik der by Stefanie Schultz

By Stefanie Schultz

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Reichweite der von Hans Immler entwik kelten Naturwerttheorie (vgl. insbesondere 1985 und 1989)1 fiir die adaquate gesell schaftstheoretische Reflexion des sog. Mensch-Natur-Verhaltnisses zu priifen. Imrnler behauptet, daB auch die Natur, so wie die Arbeit, an der Wertbildung beteiligt sei, und daB das Ignorieren dieses Sachverhaltes (nicht zuletzt seitens der 'abstrakten' Oko nomie) als Ursache der okologischen Krise anzusehen sei. Immler knupft damit an (z.T. von ihm selbst gefiihrte) Diskussionen der siebziger 2 Jahre an, in denen der UmweltOkonomie von der marxistischen Kritik vorgeworfen wurde, sie entwickele Instrumente zur Bekampfung der Umweltkrise, die genau der Rationalitat folgten, die die Krise hervorgebracht habe (vgl. Hassenpflug 1975,790). Den Monetarisierungs- bzw. Bewertungskonzepten der Umweltokonomie und der Landschaftsplanung ist in diesem Kontext vorgeworfen worden, die abstrakte Ratio nalitat der Wertform abzubilden. Diese abstrakte Rationalitat, die die shape des kapi talistischen Umgangs mit den Naturressourcen kennzeichne, habe die Umweltzersto rung hervorgebracht, da sie aufgrund der Orientierung an der Verwertung des Werts dem Tauschwert Vorrang vor dem Gebrauchswert einraume. Sie abstrahiere daher von aller Stofflichkeit und verhalte sich 'blind' (vgl. Immler 1975, 825) und grenzenlos ausbeutend gegenuber den Naturgrundlagen (vgl. Immler 1973, 649).

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Am Ende dieser Epoche "wird durch Industrie und Abstraktion die traditionelle Gestalt von Stadt und Land vollstiindig veriindert. An die Stelle von Urbs und Oikos treten jetzt Tauschwert und spater Planwert. Nicht mehr Stadt und Land entscheiden, was gesellschaftlicher Wert ist, sondem Tauschwert und Abstraktion bestimmen, welches Gesicht Stadt und Land annehmen. " (Ebenda, 147) Mit der Industrie ist die dritte Phase von Immlers Unterteilung der menschlichen Geschichte benannt. Hier finde aufgrund der "naturwissenschaftlichen, technischen und organisatorischen Erkenntnisse" (ebenda, 147) die 'revolutioniire' Steigerung der Produktivkraftentwicklung statt.

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