Mehrwert Musik: Musikwirtschaft und Stadtentwicklung in by Anita Schlögl

By Anita Schlögl

Anita Schlögl untersucht den Zusammenhang zwischen der Ökonomie der Musik und der Ökonomie der Stadt. In einem empirischen Ansatz führt sie zwei aktuelle Diskurse zusammen: die Rolle der Kultur- und Kreativwirtschaft für die städtische Entwicklung und die Frage der Repräsentation von Stadt und Musik. Anhand der Musikstädte Berlin und Wien erläutert die Autorin, wie die Stadt die Produktion, Distribution und Konsumtion von Musik beeinflusst und welche Inszenierungspraktiken dabei zum Einsatz kommen.

Das Buch wendet sich an Dozierende und Studierende der Soziologie und der Stadtforschung sowie an Fachkräfte im Kulturmanagement.

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Mehrwert Musik: Musikwirtschaft und Stadtentwicklung in Berlin und Wien

Anita Schlögl untersucht den Zusammenhang zwischen der Ökonomie der Musik und der Ökonomie der Stadt. In einem empirischen Ansatz führt sie zwei aktuelle Diskurse zusammen: die Rolle der Kultur- und Kreativwirtschaft für die städtische Entwicklung und die Frage der Repräsentation von Stadt und Musik.

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Wahrend Berlin rur eine Moderne stand, die in Masse, Dichte und Schnelligkeit zum Ausdruck kam, speiste sich die ,Wiener Moderne' aus der Vorstellung, Vertreterin einer Tradition zu sein, die iiber die Gegenwart hinaus Bestand habe. Modernitat, die sich im Verhaltnis zur Tradition entscheidet, reflektiert sich oftmals und am Eindriicklichsten in Kunst und Literatur: "In Wien geht es urn Dichtung, in Berlin urn Kritik, Revolution, Grundlagen und Programme. J 1m Ganzen kann man sagen, dass die Berliner ihr Verhaltnis zur Tradition kritisch klaren, die Wiener es integrativ bewaltigen wollen"101, versuchte Gotthart Wunberg einen Erklarungsansatz.

Vgl. Cohen, Sara (1991), (1994), (2007). 54 Cohen, Sara (2007), S. 36-38. 52 53 34 henden Attribute). Musik ist fur diese Stadte weder Selbstzweck noch lukrative Wirtschaftskraft ailein, sondem ein komplexes Gemisch aus Antriebskraft, Medium, Alleinstellungsmerkmal, Zier und Maskerade. 55 Musik hat im Leben ailer Volker eine wesentliche Rolle gespielt. Es gibt, soweit Uberlieferungen vorliegen, keine einzige Kultur, in der das Phiinomen Musik keinen Platz gehabt hatte. 56 Als Ressource der stiidtischen Identitats- und Imagebildung emotionalisiert, verfuhrt und manipuliert Musik wie Bilder es tun.

113-143. 53 tiven Kulturinstitutionen fanden sich nun doppelt vor und wurden durch die deutsche Wiedervereinigung mit einer v6llig neuen Konkurrenzsituation konfrontiert. In diesem fur Berlin charakteristischen ,dualen' Kultursystem verorteten sich auf der einen Seite das historische Zentrum Mitte mit seiner hohen Dichte an prestigetrachtigen Kultureinrichtungen wie der Staatsoper Dnter den Linden, dem Deutschen Theater, dem Berliner Ensemble, dem Schauspielhaus oder der Museurnsinse1 und auf der anderen Seite das jiingere Kulturzentrum in Charlottenburg rund urn den Bahnhof Zoologischer Garten, den Kurfurstendamm und die Hardenbergstrafie mit dem Theater des Westens, dem Renaissance-Theater oder der Schaubiihne.

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