Israel, um Himmels willen, Israel GERMAN by Ralph Giordano

By Ralph Giordano

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Language Change and Variation

The examine of language version in social context keeps to carry the eye of a giant variety of linguists. This examine is promoted by means of the yearly colloquia on New methods of studying version in English' (NWAVE). This quantity is a variety of revised papers from the NWAVE XI, held at Georgetown college.

Diachronic problems in phonosymbolism

Phonosymbolism, or sound symbolism (Lautsymbolik), is an important factor of language progress. Many severe students, although, have looked it with embarrassment or indifference. A wary reintroduction of phonosymbolism as an element answerable for adjustments gone through, in various levels, via such a lot languages may now appear to be so as.

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Unterhalb des Israel-Museums in Jerusalem sind Zelte aufgeschlagen, von Menschen, jungen und alten, verheirateten und unverheirateten, mit und ohne Kinder, für die die gestiegenen Mieten unerschwinglich geworden sind. Als ich dorthin komme, brummt ein großer Generator, und die Versammlung unter offenem Himmel, auf der gerade die Wohnungsnot besprochen wird, hat Mühe, gegen den Lärm anzukommen. Nackte Glühbirnen leuchten in der Dunkelheit. Sie erhellen eine trostlose Atmosphäre, die unter dem wie immer sterneprangenden Himmel nur um so dumpfer erscheint.

Das heißt, achtzig Prozent der israelischen Steuerzahler kommen auf für die Institutionen einer kaum fünfzehnprozentigen Minderheit, deren Anschauungen die Mehrheit nicht teilt, während Geld für minderbemittelte Schichten an allen Ecken und Enden fehlt. Kein Wunder, daß die Kluft zwischen den Orthodoxen und Ultraorthodoxen einerseits und den weltlich gesinnten Israelis andererseits immer größer geworden ist. Durch diesen Gegensatz wird auch der parlamentarische Gedanke geschädigt, denn die Zuwendungen erhält die Orthodoxie vor allem aus Gründen der politischen Opportunität.

In der Tasche ist das Sprechgerät, in das ich alle meine Eindrücke auf dieser Israelreise diktiere, sind Kassetten und Batterien, ohne deren Benutzung das Gesehene und Erlebte verlorenginge. Eine alte Frau ist dazugekommen, offenbar das Ehegespons, und beschimpft mich, wobei sie unmißverständlich auf meine Schulter zeigt. Ich kehre um. Am nächsten Tag komme ich zurück, dringe unbehindert ein – und befinde mich in einer anderen Welt. »Beiz, mein Schtetele Beiz …«, an dieses Lied werde ich spontan erinnert bei dem Anblick, der sich mir gleich zu Beginn der Rehov Mea Schearim bietet, der Hauptstraße durch dieses anachronistische Viertel.

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