Die Inszenierung der Alltagswelt: Zur Kritik der by Werner Durth

By Werner Durth

,,Alte deutsche Stadte wie Nirrnberg, Rothenburg ob der Tauber, Lübeck u. a. sind in der Welt berühmt, weil sie noch ein deutliches Bild dieser heute verschwundenen Zustände bieten - richtiger gesagt: dieser Zustände, die in der heutigen Gesellschaft nicht mehr die herrschenden, sondern nur noch Überreste einer untergegangenen Zeit sind. Von weither kommen die Menschen gereist, um solche Städte zu besichtigen. Meist wissen sie selbst nicht genau, was once ihnen daran so gefällt. Wahrscheinlich ist es bei den meisten die unbe­ wußte Sehnsucht zurück nach einer Zeit, die zwar gewiß nicht so idyllisch struggle, wie guy sie Sich heute gern vorstellt, - denn in all diesen alten Städten ist in ihrer Blütezeit viel Blut geflossen - aber doch nach einer Zeit, die nicht den wilden Konkurrenzkampf des entfesselten Kapitalismus kannte. Wo so Giebel neben Giebel steht, ahnt guy das wohl­ habende oder auch bescheidene, aber wirtschaftlich sichere Leben, getragen und gehegt von der Zunft oder der Kaufmannsgilde, die daftir sorgen, daß jeder seine "Nahrung" bekommt, als Geselle, als Meister, als Ratsherr. Btirgerliche Romantik, ein Zurücksehnen nach "besseren" Zeiten, wohl auch ein Stück Angstgefilhl vor den Problemen der Gegenwart und Zukunft, deren Bewältigung sich ein Kleinbürgergemüt nicht vorstellen kann, dazu sicher noch ein Blick durch die rosenrote Brille - kurz: Illusionen und die Selbsttäuschungen einer rückwärtsgewandten unter­ gehenden Klasse, das ist es, used to be solche alten Städte so populär macht.

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Exportmarketing

Der Absatzstil im AuBenhandel weist von jeher einen starker konservativen Charakter als derjenige des Inlandsgeschaftes auf. Das ist eine alte Tatsache. 1m Export wurde erst relativ spat zu einer kontinuierlichen, konsequent geplanten Marktbearbeitung und Marktpflege iibergegangen. Mit der nahezu permanenten Ausweitung des Ausfuhrvolumens und der Exportquote vieler Unternehmen fan den die Auslandsmarkte immer groBere Beachtung, und dies urn so mehr, als sich die Exportunternehmen, verglichen mit friiheren Zeiten, veranderten Bediirfnissen, Wiinschen und Problemen der ausHindischen Abnehmer gegeniibergestellt und einem intensiveren Wett bewerb auf fremden Absatzmarkten ausgesetzt sahen.

Internationale Handelsfinanzierung: Strategien für Auslandsinvestitionen und Handel

Herbert Keßler ist Prokurist und Abteilungsdirektor für Außenhandelsfinanzierung einer großen Landesbank und als Fachautor und Referent bekannt.

Wie beurteilt man eine Bilanz?

1 Das Recht des Jahresabschlusses. . . . . . eleven 1. 1 Die Bestandteile des Jahresabschlusses. . . . . . . . . . . 12 1. 1. 1 Die Bilanz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 1. 1. 2 Die Gewinn- und Verlustrechnung . . . . . . . . . . sixteen 1. 2 Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung .

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Auch M. Trieb, Stadtbild in der Planungspraxis, Stuttgart 1976. 42 Qualität unserer Städte". 93 Solche ,Arbeit' aber richtet sich nun nicht mehr primär auf die materielle Ausgestaltung des städtischen Funktions- und Formenzusammenhangs, sondern auf die gezielte Beeinflussung des subjektiven Stadt-Erlebens in ausgewählten Bereichen; nicht mehr die objektive Stadtgestalt, sondern das in wechselnden Situationen individuell erfahrene Stadtbild ist ihr Gegenstand. Zur wissenschaftlichen Fundierung dieser Aufgabenverlagerung ist seit Kevin Lynchs "Bild der Stadt" eine inzwischen fast unüberschaubare Vielzahl von Artikeln und Büchern veröffentlicht worden, die eine gemeinsame Grundlage aber immerhin darin haben, daß an die Stelle stabiler ästhetischer Normen und Gestaltungskriterien der Hinweis auf die Vielfalt individueller Wahrnehmungs- und Handlungsmuster getreten ist, durch die das Bild der objektiven Wirklichkeit gruppen- und situationsspezifisch verzerrt wird.

75 P. , S. 29. 76 Dabei läßt sich eine durchgängige Argumentationslinie von G. Simmel über 1. Wirth zu H. P. Bahrdt und anderen nachzeichnen. 77 P. , S. 32. 78 Vgl. ; auch: H. Bemdt, Das Gesellschaftsbild bei Stadtplanem, Stuttgart 1968. 37 Der Planer wird zum Bühnenbildner, der Auftritte in wechselnden Szenen gestalterisch vorzubereiten hat. Dabei wird Urban Design als eine Art Dramaturgie verstanden, die weniger an fachinternen Kriterien ästhetischer Traditionen orientiert ist als am Geschmack eines anspruchsvollen und erlebnishungrigen Publikums, das zugleich die Schauspieler stellt.

Simmel über 1. Wirth zu H. P. Bahrdt und anderen nachzeichnen. 77 P. , S. 32. 78 Vgl. ; auch: H. Bemdt, Das Gesellschaftsbild bei Stadtplanem, Stuttgart 1968. 37 Der Planer wird zum Bühnenbildner, der Auftritte in wechselnden Szenen gestalterisch vorzubereiten hat. Dabei wird Urban Design als eine Art Dramaturgie verstanden, die weniger an fachinternen Kriterien ästhetischer Traditionen orientiert ist als am Geschmack eines anspruchsvollen und erlebnishungrigen Publikums, das zugleich die Schauspieler stellt.

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