Die Formierung Europas 840-1046 by Johannes Fried

By Johannes Fried

Für die dritte Auflage hat Johannes Fried seinen Klassiker grundlegend überarbeitet; der Forschungsüberblick behandelt alle wichtigen Neuerscheinungen der letzten Jahre.

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Doch reiht man noch lange lediglich Einzelkriterien aneinander. Wulfstan von York etwa beklagt um die Jahrtausendwende, dass „Freie nicht mehr sich selbst bestimmen können, nicht mehr gehen können, wohin, und mit ihrem Eigengut tun können, was sie wollen“ (friZe men ne motan pealdan heora sylfra, ne faran þar hi pillaD, ne ateon heora aZen spa spa hi pillaD, Whitelock 1976, S. 52, Z. 48 ff. ); er nennt also die drei Freiheitskriterien der Selbstbestimmung, Freizügigkeit und Verfügungsmacht über das Eigentum, die damals – so kann der Historiker hinzufügen – selbst beim Adel nicht uneingeschränkt realisiert und bei Knechten nicht völlig ausgeschlossen sind.

Verelendung“ ist gewiss nicht das soziale Signum der Epoche. Wer den Klagen über Ausbeutung der „Armen“ seine Feder leiht, zählt gewöhnlich zu den Grundherren, und es ist in der Regel völlig unklar, wer tatsächlich stärker betroffen ist, der in seinen servi geschädigte Herr oder der Knecht. Kollektive Leistungsverweigerungen, Verschwörungen von Unfreien, Abwanderungen in (zumeist geistliche) Grundherrschaften mit günstigerem Recht zeigen, dass die Unterschichten nicht tatenlos bleiben. Umstritten ist, wie weit es in der hier fraglichen Epoche bereits Mark- oder Dorfgenossenschaften gibt, wie weit sie also auch als Träger oder lediglich als Nutznießer des eben erwähnten Widerstands in Betracht kommen könnten.

H. aufs Festland fixiert und auf ein gottgefälliges Leben verwiesen. Widersprüche und Leistungsgrenzen in der Verhaltensorientierung sind die Folge derartiger Weltsicht, die vor allem in Krisenzeiten irritieren muss. Das westfränkische Königtum zerfällt, und der regionale Adel etabliert seine Macht. Hätte es anders kommen sollen, wären neue, „bessere“ Wahrnehmungsweisen vonnöten gewesen, die zugleich ein angemesseneres Verhalten nahegelegt hätten. Solche leistungsfähigeren Theorien werden, wenn sie nicht durch die Umstände aufgezwungen werden, etwa durch Schulung des Denkens mit Hilfe spätantiker Divisionstechniken und aristotelischer Logik möglich, welche die Phänomene anders als bisher einzuteilen und zu ordnen und damit auch einen anderen praktischen Umgang mit ihnen lehren.

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