Askese in der Erlebnisgesellschaft?: Eine by Uwe H. Bittlingmayer

By Uwe H. Bittlingmayer

Zentraler Gegenstand der Untersuchung ist die kultursoziologische Auseinandersetzung mit dem Konzept einer "nachhaltigen Entwicklung". Den Fokus bildet der sogenannte Verzichts- bzw. Suffizienz-Ansatz und dessen theoretische Grundlage, eine ökologische Modernisierung spätindustrieller Gesellschaften durch die Implementierung einer "Kultur des Verzichts" erreichen zu können. Aus der kultursoziologischen Perspektive Pierre Bourdieus, die durch eine Auseinandersetzung mit Gerhard Schulzes "Erlebnisgesellschaft" auf "deutsche Verhältnisse" zugeschnitten und gleichzeitig aktualisiert wird, werden am Beispiel des individuellen Mobilitätsverhaltens sozialer Akteure, insbesondere von Car-Sharern, die Grenzen dieses Ansatzes verdeutlicht. Auf diese Weise wird einerseits gezeigt, dass dem Suffizienz-Ansatz ein naives Verständnis von Kultur zugrundeliegt, andererseits, dass ein Nachhaltigkeitskonzept, das systematisch auf materielle Askese setzt, in der "Erlebnisgesellschaft" von den kulturellen Distinktionskämpfen überrollt wird. Das Fazit der Untersuchung, dass erst eine hinreichende Verfügung über Handlungsressourcen, insbesondere über kulturelles Kapital, soziale Akteure von der Pflicht zum Genuss entbindet, hat weitreichende Konsequenzen für das Konzept einer "nachhaltigen Entwicklung".

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Moller 1996; vgl. auch Helfert 1995: 218) iVachhaltigkeil durch kluge Selbstbeschrankung: Die Sufjizienzstrategie 39 In der Studie 'Zukunftsfahiges Deutschland', dem bislang wohl wnfassendsten Konkretisierungsversuch einer "nachhaltigen Entwicklung" fur die Bundesrepublik Deutschland sind acht dieser Leitbilder vorgestellt worden. 25 Ich mochte auf zwci dicser Lcitbildcr - 'Rcchtcs Mafi fur Raum und Zeit' (a) sowie 'Gut Leben sta11 viel haben' (b) - im besonderen eingehen und sie im Zentrum der weitcren Argumentation halten, wei!

Problematisch ist die Ontologisierung 'okonomischer Grundtatsachen' einerseits und die Forderung einer neuen Kultur andererseits: Denn zu einem Kapitalismus als Wirtschafts- und Produktionsform gehOrt auch eine 'kapitalistische Kultur'. (Vgl. Summerer 1996a: 43) Es bleibt in diesem Ansatz vollig ungekliiJt. auf welcher Grundlage sich diese neue Kultur etablieren soil. , aber lediglich in die HofInung verlagert, dafi sich das gegenwartige gesellschaftliche Bedtirfnis nach konsumtiven Naturverbrauch von zuktinftigen Vorstellungen von Wohlstand und Luxus weitgehend abkoppelt.

R. Petersen 1994: 102) Nachhaltige Mobiliuit 47 Tab. 1: Anteil der Verbrauchsbereiche am Endenergieverbrauch in %31 Energietrager 1973 1980 1989 1991 1992 1993 1994 Industrie 37,6 34,3 31,6 28,9 28,7 27,1 28,1 Verkehr 18 22,1 27,5 27,3 28,2 28,5 28,3 Haushalte 26,7 26,8 24,5 27 26,6 27,8 26,8 Nach den neuesten Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums hat der Bereich 'Haushalte' zwar gegenwartig den Verkehrsbereich, der sich auf hohem Niveau stabilisiert hat, iiberfliigelt. (Vgl. Tab. 2) Tab.

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